Fahrt durch den Schärengarten & ein Tag in Stockholm | Schweden
Die Fahrt durch den Stockholmer Schärengarten ist ein Erlebnis für sich – noch bevor man die Stadt überhaupt zu sehen bekommt.
Über das Video
Unsere Reise neigt sich dem Ende entgegen – und Stockholm gibt als letzter Hafen noch einmal alles. Aber das eigentliche Spektakel beginnt schon Stunden bevor wir die Stadt überhaupt sehen: die Einfahrt durch den Stockholmer Schärengarten ist schlicht eines der schönsten Dinge, die man auf einer Kreuzfahrt erleben kann.
Der Schärengarten: 30.000 Inseln vor Stockholm
Der Stockholmer Schärengarten erstreckt sich über rund 80 Kilometer von Ost nach West und 150 Kilometer von Nord nach Süd – ein Archipel aus über 30.000 Inseln, Schären und Felsen, das sich zwischen der offenen Ostsee und dem Festland erstreckt. Die Schären wurden durch die letzte Eiszeit geformt: Als die Gletscher vor etwa 10.000 Jahren abschmolzen, blieben diese geschliffenen Felsrücken zurück, die das Meer seither langsam umspült.
Die Fahrt durch diesen Archipel ist kein schneller Durchmarsch – die Mein Schiff 6 navigiert mehrere Stunden durch enge Fahrrinnen zwischen den Inseln, während sich das Landschaftsbild stetig verändert. Draußen, auf der offenen See, sind die Schären noch klein und karg. Je näher man Stockholm kommt, desto größer und üppiger werden sie – bewaldet, mit Sommerhäuschen, Bootsstegen und vereinzelten Leuchtfeuern. Man kann stundenlang auf dem Deck stehen und zusehen, wie sich das Panorama Stück für Stück entfaltet.
Auf der Rückfahrt am Abend – nach Stockholm, in der goldenen Sommersonne – ist die Stimmung noch intensiver. Das Licht fällt flacher, wirft lange Schatten über die Felsen und taucht die ganze Kulisse in warmes Orange. Ich habe auf dieser Reise viele schöne Momente erlebt, aber dieser gehört zu den stärksten.
Stockholm – diesmal auf ruhigere Art
Da wir vor zwei Jahren schon einmal in Stockholm waren, gehen wir es diesmal entspannter an. Keine vollgestopfte Touristenliste – stattdessen zwei, drei Dinge, die wir beim letzten Mal ausgelassen haben.
Östermalmshallen – die Markthalle der Eleganz
Ganz oben auf der Liste: die Östermalmshallen (Östermalms Saluhall) – eine der schönsten Markthallen Europas. Das Gebäude aus dem Jahr 1888 ist ein Prachtbau aus rotem Backstein mit reich verzierten Türmen und einer Gusseisenkonstruktion im Inneren. Im Gebäude findet man handverlesene schwedische Delikatessen, frischer Fisch aus der Ostsee, Käsetheken, Brotbäcker und kleine Restaurants, in denen man an der Theke sitzt und zuschaut, wie das Essen zubereitet wird. Alles hier ist teurer als anderswo in Stockholm – aber auch von unvergleichlicher Qualität. Wer in Stockholm isst und die Östermalmshallen auslässt, verpasst etwas.
Strandvägen: Stockholms schönste Adresse
Danach schlendern wir über den Strandvägen – den wohl beeindruckendsten Boulevard der Stadt. Die breite Promenade am Wasser ist gesäumt von fünfstöckigen Jugendstilpalästen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die einst von den reichsten Kaufmannsfamilien Stockholms erbaut wurden. Auf der Wasserseite: alte Holzsegelboote und moderne Yachten. Ein Spaziergang hier im Hochsommer – es ist eine der schönsten städtischen Szenerien, die ich kenne.
Abschied von der Ostsee
Am späten Nachmittag geht es zurück an Bord und die Mein Schiff 6 legt ein letztes Mal ab. Die Ausfahrt durch den Schärengarten wartet – und macht dem Einfahrts-Erlebnis alle Ehre. Langsam gleiten wir durch die Inselwelt, die Lichter der Sommerhäuser spiegeln sich im Wasser, es wird ruhiger und weiter, bis schließlich die offene Ostsee vor uns liegt.
8 Häfen in 7 Ländern – eine Woche voller Geschichte, Geschmäcker, Bilder und Begegnungen. Die Ostsee ist unterschätzt. Wer sie noch nicht kennt: Jetzt wisst ihr, was euch entgeht.