Ein Tag in Gdańsk (Danzig) | Polen
Danzig hat mich wirklich überrascht – eine Stadt, die nach fast vollständiger Zerstörung so prachtvoll wiedergeboren wurde, dass man es kaum glauben kann.
Über das Video
Der erste Hafen unserer Reise liegt in Polen in der Woiwodschaft Pommern: Gdańsk – auf Deutsch Danzig – die „Perle der Ostsee“. Eine Stadt, die wie kaum eine andere für die wechselvolle Geschichte Mitteleuropas steht und die mich beim ersten Besuch sofort in ihren Bann gezogen hat.
Geschichte: Zerstörung und Wiedergeburt
Danzig war über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Handelsstädte der Hanse und erlebte eine wechselvolle Geschichte zwischen deutschen, polnischen und preußischen Einflüssen. Im September 1939 wurden mit dem deutschen Angriff auf die polnische Westerplatte die ersten Schüsse des Zweiten Weltkrieges abgefeuert – direkt vor Danzigs Hafen. Bei den Kämpfen um die Stadt im Jahr 1945 wurde die historische Innenstadt zu fast 90 Prozent zerstört.
Was danach geschah, ist eine der bemerkenswertesten Wiederaufbauleistungen Europas: In den 1950er Jahren entschied sich Polen, die Danziger Altstadt nicht als moderne Stadt neu zu errichten, sondern Stein für Stein nach historischen Vorbildern des 17. Jahrhunderts zu rekonstruieren. Heute ist das Ergebnis kaum von einem gewachsenen Original zu unterscheiden – prächtige Bürgerhäuser mit bunten Fassaden, wuchtigen Giebeln und dem typischen Danziger Baustil säumen die Ulica Długa (Lange Straße) und den Długi Targ (Langen Markt).
Highlights der Stadt
Wir starten unseren geführten Ausflug am Goldenen Tor – dem westlichen Eingang zur Altstadt. Das Tor aus dem 17. Jahrhundert ist mit allegorischen Figuren bekrönt, die Frieden, Freiheit, Wohlstand und Ruhm symbolisieren. Durch das Tor gelangt man direkt in die Ulica Długa, die prächtigste Straße der Stadt.
Am Ende der Langen Straße öffnet sich der Lange Markt mit dem Neptunbrunnen, dem inoffiziellen Symbol Danzigs, und dem Artushof – einst Treffpunkt der Kaufleute, heute Museum. Ein kurzer Abstecher durch das Grüne Tor führt direkt an die Mottlau, wo früher Kähne mit Waren aus aller Welt anlegten.
Die Marienkirche darf bei keinem Danzig-Besuch fehlen. Mit einer Fläche von über 5.000 Quadratmetern und einem Fassungsvermögen von rund 25.000 Menschen ist sie eine der größten Backsteinkirchen der Welt. Wer die Aussichtsplattform besteigt, wird mit einem atemberaubenden Panorama über die Danziger Dächer belohnt.
Essen wie in Polen
Zum Mittagessen gönnen wir uns polnische Spezialitäten, die man so gut wie nirgendwo anders probieren kann: Pierogi – gefüllte Teigtaschen, die es in zahllosen Varianten gibt, von Kartoffel-Käse über Fleisch bis hin zu süßen Varianten mit Heidelbeeren – und Bigos, der polnische Nationaleintopf aus Sauerkraut, frischem Kohl, verschiedenen Fleischsorten und Pilzen. Beides ist herzhaft, günstig und absolut lecker.
Praktische Infos für Kreuzfahrtgäste
Das Schiff liegt im Hafen von Gdynia, etwa 20 Autominuten von der Danziger Altstadt entfernt. Ausflüge werden direkt über TUI Cruises gebucht, alternativ fahren auch regelmäßig Taxis und private Transfers. Der Hafen Danzig selbst liegt zwar näher an der Altstadt, wird von der Mein Schiff 6 auf dieser Route aber nicht angelaufen. Wer die Stadt auf eigene Faust erkunden möchte: Die Altstadt ist fußläufig gut zu erkunden – rechnet etwa einen halben bis ganzen Tag ein.
