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Tag 4-6Dover · England4. Dezember 2022

Mehr als eine Burg: Das Geheimnis von Dover Castle – Transtour mit AIDAsol – November 2022

Dover ist weit mehr als ein Fährhafen – unter der Burg liegt ein Tunnelsystem, das die Geschichte des Zweiten Weltkriegs neu erzählt.

Über das Video

Heute liegt die AIDAsol in Dover. London ist nur 130 Kilometer entfernt und so fahren viele Mitreisende in die britische Hauptstadt. Dover selbst hat aber deutlich mehr zu bieten als seinen Ruf als Fähr- und Durchgangshafen vermuten lässt – wir haben uns für das Dover Castle entschieden, und das war goldrichtig.

Die White Cliffs of Dover

Schon beim Einlaufen in den Hafen empfangen uns die White Cliffs of Dover – die berühmten weißen Kreidefelsen, die sich über weite Strecken die Küste entlangziehen. Bis zu 106 Meter ragen sie aus dem Meer, gebildet aus Kalk und schwarzem Feuerstein, der sich über Millionen von Jahren aus den Überresten winziger Meereslebewesen abgelagert hat. Seit Jahrhunderten sind sie für Reisende das erste Zeichen von England und für Heimkehrer das erste Zeichen, dass sie fast zuhause sind. Aus der Nähe sind die Klippen noch beeindruckender als aus der Ferne.

Dover Castle: Zweitausend Jahre Geschichte auf einem Hügel

Das Dover Castle thront hoch über der Stadt und dem Hafen – ein Komplex, der sich durch nahezu alle Epochen der britischen Geschichte zieht. Das älteste Bauwerk auf dem Gelände ist ein römischer Leuchtturm (Pharos) aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, der zu den am besten erhaltenen römischen Bauwerken in ganz England gehört. Direkt daneben steht die angelsächsische Kirche St. Mary-in-Castro aus dem 10. Jahrhundert – zwei Jahrtausende Baugeschichte auf engstem Raum.

Den Kern der Anlage bildet der mächtige Great Tower aus dem 12. Jahrhundert, den König Heinrich II. zwischen 1181 und 1188 errichten ließ. Die Mauern sind stellenweise über sechs Meter dick. Im Inneren sind die mittelalterlichen Räume aufwändig rekonstruiert worden – Küche, Thronsaal, Kapelle. Man spürt, welche strategische Bedeutung dieser Ort hatte: Wer Dover kontrollierte, kontrollierte den Zugang nach England.

Das Geheimnis unter der Burg: Die Tunnel.

Was das Dover Castle von anderen Burganlagen unterscheidet, liegt buchstäblich unter der Erde. Tief in den Kreidestein gehauen: ein weitverzweigtes Tunnelsystem, das ursprünglich im späten 18. Jahrhundert als Unterkünfte für Soldaten angelegt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Netz massiv ausgebaut und wurde zur Schaltzentrale einiger der wichtigsten militärischen Operationen des Krieges.

Von hier aus koordinierte Vizeadmiral Bertram Ramsay 1940 die Operation Dynamo – die Evakuierung von rund 338.000 alliierten Soldaten vom Strand von Dünkirchen. In einem der engen, nüchternen Tunnelräume wurde eine der größten Rettungsaktionen der Militärgeschichte geplant und durchgeführt. Die Führung durch die Tunnel ist eindringlich – das Neonlicht, die engen Gänge, die rekonstruierten Kartentische und Kommunikationsgeräte lassen die Enge und den Druck dieser Tage erahnen.

Fazit

Wer Dover nur als Fährhafen kennt, unterschätzt diesen Ort erheblich. Das Dover Castle allein – mit dem römischen Leuchtturm, dem mittelalterlichen Great Tower und den Kriegstunneln – reicht für einen vollen Besuchstag. Für Kreuzfahrtgäste mit begrenzter Zeit: Die Burg ist zu Fuß vom Hafen erreichbar, der Aufstieg ist steil aber lohnenswert. Für die Tunnelführung unbedingt vorab Tickets reservieren – die Gruppengrößen sind begrenzt.

Teil einer Serie
Transtour mit AIDAsol – November 2022
Episode 3 von 7
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