Ein Tag in Helsinki | Finnland
Zwei Tage Helsinki – und leider immer noch zu wenig Zeit für diese Stadt.
Über das Video
Helsinki ist der Namenspatron dieser ganzen Serie – und macht diesem Ehrentitel alle Ehre. Die Mein Schiff 6 liegt hier zwei Tage, was für eine Kreuzfahrt ungewöhnlich lange ist. Zeit genug, um diese faszinierende Stadt wirklich kennenzulernen.
Abendliche Ankunft am ersten Tag
Nach einem halben Seetag laufen wir am frühen Nachmittag in Helsinki ein. Der erste Blick auf die Stadt von der Reling ist eindrucksvoll: Die Uspenski-Kathedrale thront mit ihren goldenen Zwiebeltürmen über dem Hafen, das neoklassische weiße Rathaus und die Markthalle direkt am Wasser begrüßen die Ankömmlinge. Helsinki weiß, wie man erste Eindrücke macht.
Am Abend noch schnell in die Stadt: ein kurzer Spaziergang durch das Hafenviertel, eine Runde um den Marktplatz, ein Blick auf den erleuchteten Dom. Die finnische Hauptstadt hat auch bei Nacht etwas Ruhiges, Entspanntes – ohne die hektische Energie manch anderer Großstädte.
Der zweite Tag: Die volle Helsinki-Packung
Früh geht es mit dem Shuttle-Bus in die Stadt – die Zeit ist begrenzt und wir wollen viel sehen.
Erster Stopp: die Markthalle (Vanha Kauppahalli) direkt am Hafen. Obwohl es noch früh am Morgen ist, kann ich der Auslage nicht widerstehen: Ein frischer Lachs-Tartar aus der Theke – die beste Entscheidung des Tages. Die 1889 erbaute Markthalle ist ein gastronomisches Kleinod mit Fischständen, finnischen Spezialitäten, frischen Beeren und allerhand Souvenirs, das dem modernen Tourismustrubel zum Trotz seinen ursprünglichen Charakter behalten hat.
Weiter geht es am Hafen entlang zur Uspenski-Kathedrale – der größten orthodoxen Kirche Westeuropas, erbaut 1868 im russisch-byzantinischen Stil. Die roten Backsteinmauern und die goldenen Kuppeln sind das markanteste Wahrzeichen der Stadt. Von der Terrasse davor hat man einen schönen Blick auf den Marktplatz und den Hafen.
Vorbei am Ritterhaus (Ritarihuone) geht es zum Senatsplatz. Den Platz dominiert der Helsinkier Dom (Tuomiokirkko), der nach Entwürfen des deutschen Architekten Carl Ludwig Engel zwischen 1818 und 1852 erbaut wurde. Die schneeweiße Fassade mit den großen Säulen und der grünen Kuppel ist ein ikonisches Bild, das man aus jedem Helsinki-Reiseführer kennt.
Mittagessen auf dem Kauppatori
Für das Mittagessen geht es zurück zum Kauppatori – dem Marktplatz direkt am Hafen. Hier stehen im Sommer kleine Verkaufsbuden mit frischem Fisch und Meeresfrüchten. Wir entscheiden uns für einen Fischteller und eine Lachssuppe – frisch zubereitet, unkompliziert, unschlagbar gut.
Hafenrundfahrt und die Festung Suomenlinna
Nach dem Mittagessen geht es auf eine anderthalbstündige Hafen- und Schärenrundfahrt. Das Ausflugsschiff schlängelt sich durch den Hafenbereich und vorbei an den vielen kleinen Inseln vor Helsinki. Highlight der Fahrt ist die Vorbeifahrt an Suomenlinna – einer auf fünf Inseln verteilten Seefestung, die Mitte des 18. Jahrhunderts von den Schweden erbaut wurde und heute ebenfalls UNESCO-Welterbe ist. Ein Stück weiter im Hafen liegt über den Sommer die finnische Eisbrecherflotte eingemottet – riesige orangefarbene Schiffe, die im Winter dafür sorgen, dass die finnischen Häfen eisfrei bleiben.
Fika auf Finnisch: die Vika
Den Abschluss macht eine obligatorische Vika – das finnische Äquivalent zur schwedischen Fika, der Kaffeepause. Eine frische Zimtschnecke und ein starker finnischer Kaffee in einem der kleinen Cafés rund um den Esplanadi-Park.
Helsinki hat alles, was eine Großstadt braucht – ohne je überwältigend oder hektisch zu wirken. Klare Architektur, viel Wasser, ein entspanntes Lebensgefühl und unglaublich gute Küche. Wenn ihr nur einen Stop auf dieser Kreuzfahrt wirklich tief erkunden wollt: Helsinki.
